Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Hann. Münden

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Inhalt: Talsperren

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Hann. Münden bewirtschaftet die Eder- und die Diemeltalsperre und ist damit als einziges Amt der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung zuständig für Talsperren.

Die Zweckbestimmung der Eder- und der Diemeltalsperre ist gleich. Die Talsperren dienen:

Im Laufe der Zeit sind als zusätzliche Nutzungsarten eine umfangreiche Berufs- und Sportfischerei sowie ein starker Fremdenverkehr mit Wassersport, Fahrgastschifffahrt, Badeanstalten, Wochenendbetrieb, Ferienheimen, Hotels, Pensionen und Campingplätzen hinzugekommen.

Edertalsperre

Die Edertalsperre wurde in den Jahren 1908 bis 1914 in einer ca. 400 m breiten Engstelle des Edertales bei Hemfurth errichtet. Die Staumauer ist als gekrümmte Schwergewichtsmauer mit einem Radius von 305 m aus Grauwackebruchsteinen mit einer Höhe von 47 m bei einer unteren Breite von 36 m und einer Kronenbreite von 5 m hergestellt worden. Die Kronenlänge beträgt ca. 400 m.Der entstandene Stausee hat eine Fläche von 11,5km2 und ein Volumen von rund 200 Millionen Kubikmetern.

Am rechten Hang wurden ursprünglich in drei Stollen jeweils 2 Rohre mit einem Durchmesser von 1,35 m als Grundablässe und am linken Hang in drei Stollen jeweils 2 Rohre mit einem Durchmesser von 1,50 m als Turbinenrohre angeordnet. Während am linken Hang gleich ein Kraftwerk mitgebaut wurde, errichtete man das Kraftwerk am rechten Hang unter Benutzung der Grundablassrohre erst später. Inzwischen ist das Kraftwerk am linken Hang grunderneuert und das am rechten Hang stillgelegt worden. Betrieb und Unterhaltung der Kraftwerke an der Staumauer ist ebenso wie die der übrigen Kraftwerke am Unterbecken Aufgabe der E.on.

... Edertalsperre im Winter
... Ansicht Edertalsperre
... Brücke Asel


In der Nacht vom 16. zum 17. Mai 1943 wurde die Staumauer bei einem Luftangriff durch eine speziell hergestellte Rotationsbombe zerstört. Die Bombe traf auf eine mit 202 Mill.m³ Wasser vollgefüllte Talsperre. Die halbovale Sprenglücke mit ca. 60 m oberer Breite und 22 m Tiefe hatte ein Mauerwerksvolumen von 12.000 m³. Durch die Bresche flossen bis zum Morgen des 17. Mai rund 160 Mill.m³ Wasser ab. Die rd. 9 m hohe Flutwelle wälzte sich mit rd. 8.500 m³/s durch das Edertal, neunmal so viel wie das größte je aufgetretene natürliche Hochwasser. Die Flutwelle forderte 68 Menschenleben und richtete besonders in Edertal gewaltige Zerstörungen an. Die Wiederherstellung begann sofort und war im Januar 1944 beendet.

Die von der Bombe verursachten Erschütterungen insbesondere im Bereich der Sprenglücke führten zu vermehrtem Wasserdurchfluss durch das Mauerwerk. Deshalb wurden bereits 1946/47 erste Verpressungen und 1961/62 ein kompletter Verpressschleier mit Zementleim hergestellt.

Nach etwa 80 Betriebsjahren wurde die Staumauer grundinstandgesetzt. Dabei wurde der DIN 19 700 Rechnung getragen und der Sicherheitsstandard erhöht. Bei den Arbeiten wurden unter anderem 104 Felsanker in die Sperrmauer eingebracht. Die Arbeiten wurden 1994 abgeschlossen.

Die Wasserbewirtschaftung richtet sich nach den oben genannten Zweckbestimmungen. Nähere Informationen dazu finden Sie auf der Seite der Gewässerkunde.

Weitere Informationen zur Schifffahrt und Freizeitnutzung auf der Edertalsperre finden Sie unter Schifffahrt. 

Virtueller Rundgang durch die Edertalsperre

Klicken Sie auf das Bild, um der virtuellen Rundgang zu starten.

Diemeltalsperre

Die Diemeltalsperre wurde in den Jahren 1912 bis 1914 und 1919 bis 1923 kurz unterhalb des Zusammenflusses von Itter und Diemel errichtet. Die Staumauer ist als gekrümmte Schwergewichtsmauer mit einer Höhe von 42 m , einer Kronenlänge von 194 und einer Kronenbreite von 7 m hergestellt worden.

Am rechten Hang wurde in einem Stollen ein Grundablassrohr im Durchmesser von 1,35 m, das mit zur Regulierung des Wasserstandes in der Talsperre herangezogen wird, und am linken Hang wurde ein Stollen mit einem Grundablassrohr von 1,50 m Durchmesser hergestellt. Auf diesem Grundablassrohr wurde ein Abzweigrohr installiert, das zum gleichzeitig errichteten Kraftwerk der Preußen Elektra (heute E.on) führt. Die Staumauer der Diemeltalsperre ist etwa so hoch wie die der Edertalsperre. Sie staut entsprechend ihrem Einzugsgebiet aber nur 19.93 Mill. (etwa 10 % des Inhalts der Edertalsperre). Die Fläche des Stausees beträgt 1,65 km2.

... Diemelstaumauer im Winter
... Fahrgastschifffahrt auf der Diemeltalsperre
... Abendstimmung am Diemelsee


Nach etwa 75 Betriebsjahren wurde die Staumauer grundinstandgesetzt und ebenfalls der Sicherheitsstandard entsprechend der einschlägigen DIN 19700 erhöht. Die Bauarbeiten, die unter anderem die Herstellung eines Injektionsschleiers und den Ausbruch eines Kontrollganges beinhalteten, wurden 1998 abgeschlossen.

Die Wasserbewirtschaftung richtet sich nach den oben genannten Zweckbestimmungen. Nähere Informationen dazu finden Sie auf der Seite der Gewässerkunde.

Weitere Informationen zur Schifffahrt und Freizeitnutzung auf der Diemeltalsperre finden Sie unter Schifffahrt.